Am vergangenen Samstag startete die Winkelhaider Theatergruppe in Ihre Spielzeit 2017.
Die Interpretation von Regisseurin Marion Reuß überzeugte die Zuschauer in diesem Jahr nicht nur durch amüsante Augenblicke. Schon der Titel „Zehn kleine Spießerlein“ lässt darauf schließen, dass das Stück auch der Gesellschaft einen Spiegel vorhalten und zum Nachdenken anregen möchte.
An Ihrem Hochzeitstag wäre Dora Semmlinger (Simone Köhler) lieber mit Ihrem Mann Theo (Gerd Schmid) weggefahren um den Tag in trauter Zweisamkeit zu genießen, doch bei Ihrem Göttergatten erntete Sie dafür keine Begeisterung. Nun will Dora den Festtag zumindest mit Ihren „Liebsten“ verbringen und lädt Familie, Verwandte und Bekannte zum Festtag ein. Damit nimmt das Unheil seinen Lauf. Zu viele Charaktere, Meinungen und Lebensauffassungen treffen aufeinander, sodass sich bereits beim Kaffee trinken das Unheil ankündigt. Tochter Lisa (Stefanie Link) lebt in Scheidung, Sohn Joschi (Hansi Wöpke) ist ein alternativer Spinner, der nur von Tibet träumt. Die nervige Tante Anni (Barbara Thorak) und der vergessliche Onkel Adi (Bernhard „Ed“ Frohna) nerven alle, aber man macht gute Miene zum bösen Spiel. Auch das verstaubte Ehepaar Wallner, verkörpert durch Sigrid Boscher und Roland Reuß, trägt nicht gerade zur Erheiterung bei.
Doras ledige Schwester Ida, gespielt von Melanie Link die in Ihrer Rolle besticht, kann im Laufe des Nachmittags Zusehens schwerer verbergen für wen schon immer Ihr Herz geschlagen hat. Dies bringt das Fass letztlich zum überlaufen. So treten im Laufe der Stunden alle menschlichen Schwächen, Unzulänglichkeiten, aber auch Wünsche und zerschlagene Hoffnungen zu Tage. Auch Lisa ist unglücklich und wünscht sich nichts mehr, als mit ihrem in Scheidung lebenden Mann Robert (Bernd Halbedl) ein glückliches Eheleben zu führen. Dieser – eingeladen von Dora – erscheint dann auch, doch der Frieden währt nicht lange.
Rundherum – kreuz und quer streitet man sich, versöhnt sich wieder. Doch Dora, als Ehefrau und Mutter, hält letztendlich die Fäden in ihrer so geliebten Familie in der Hand, ordnet, regelt und hält zusammen, was zu zerfallen droht. Einer nach dem anderen der „Kleinen Spießerlein“ räumt das Feld, jedoch nicht ohne die Erkenntnis, wo sein Platz im Leben ist.

Für interessierte, welche wissen möchten zu welchem Ende das heillose Durcheinander führt, besteht noch die Möglichkeit Restkarten für die Vorführungen am 22.04. und 29.04.2017 zu kaufen.
(Kartenverkauf über Markus Lang, Mobil: 0170/4791369; Tel: 09187/42694; Mail: langi141073@gmx.de)
Gez. Toni Hein