22.06.2014 Städtetour Nördlingen

Tagesfahrt der Winkelhaider Skisportler nach Nördlingen und ins Ries

Höhepunkt des Sommerprogramms der Winkelhaider Skiabteilung war in diesem Jahr die Tagesfahrt zur ehemaligen freien Reichsstadt Nördlingen und dem nach ihr benannten Ries.

Bereits auf der Hinfahrt konnte sich die Reisegruppe auf das Tagesziel einstimmen. Kaum war bei Oettingen die Wörnitz überquert, zeigte sich am topfebenen Landschaftsbild, dass das Nördlinger Ries ehemals der Boden eines gewaltigen Kratersees war. Bald wies der „Daniel“, der 90 Meter hohe Kirchturm der Nördlinger St.-Markus-Kirche, den Reisenden den Weg.

An der Stadtmauer wurden die Skisportler von ihrer Führerin in Empfang genommen, die mit Stolz auf ihre Heimatstadt berichtete, dass Nördlingen in Deutschland die einzige Stadt ist, deren Stadtmauer noch vollständig erhalten ist. Durchs Deiniger Tor, einem der fünf Stadttore, wurde die Reisegruppe in die historische Altstadt geführt. Stadtmauer, Tore und Wehrtürme ‑ im 14. Jahrhundert erbaut ‑ zeigen sich auch heute noch im Bestzustand. Vom Wehrgang aus wurden die gut erhaltenen und liebevoll gepflegten Häuser bewundert. Waren es in der Nähe der Stadtmauer noch die Behausungen der einfacheren Leute, so ließen bald die prächtigen Häuser der wohlhabenderen Nördlinger die Wirtschaftskraft der damaligen Metropole erahnen.

Mehrstöckige Gebäude, in denen gelebt und gearbeitet wurde, mit repräsentativen Haustüren und Holzschnitzarbeiten zeugen vom damaligen Wohlstand. Von der soliden Handwerkskunst vor über 500 Jahren berichten auch die zum Teil wieder freigelegten, nicht unbedingt dem rechten Winkel folgenden Fachwerkkonstruktionen.

Durch ihre Lage am Kreuzungspunkt zweier Handelsstraßen war Nördlingen in seiner Blütezeit eine bedeutende Handelsmetropole, deren Einwohnerzahl sich mit anderen Städten, wie z. B. München, durchaus messen konnte. Heute zeugen noch die zahlreichen Marktplätze – Hafen-, Bretter-, Schäffles-, Rüben- und Tändelmarkt ‑ sowie das Münzhaus und die Speicher für Salz und Getreide von der Boomzeit. Auch das Handwerk florierte in Nördlingen. Am Flüsschen Eger, die Nördlingen durchfließt, hatten sich Gerber, aber auch weitere Handwerksbetriebe niedergelassen. Gut erhalten ist aus dieser Zeit noch die Neumühle mit ihrem unterschlächtigen Wasserrad.

Zu den markanten Zielen im Stadtzentrum zählt das Klösterle, ein ehemaliges Franziskanerkloster, das nach der Reformation zu einem Kornspeicher umgewidmet wurde. Am Steinhaus, das seit dem 14. Jahrhundert ununterbrochen als Rathaus dient, konnte die wunderschöne Freitreppe im Renaissancestil bewundert werden. Das gegenüberliegende ehemalige Tanzhaus wird heute von verschiedenen Einzelhandelsgeschäften genutzt ‑ und von einem Storchenpaar, dass hier seit einigen Jahren regelmäßig seine Jungen großzieht. Das in unmittelbarer Nachbarschaft zum Rathaus gelegene historische Gasthaus „Zur Sonne“ kann eine lange Gästeliste fürstlicher und sogar gekrönter Häupter vorweisen.

Nach der Führung durch die gotische St.-Georgs-Kirche und einer ausgiebigen Mittagspause wurde die Stadt in eigener Regie erkundet. Die 350 Stufen bis zur Aussichtsplattform des „Daniels“ waren Ehrensache für die Skisportler. Belohnt wurden die Mühen des Aufstiegs durch einen grandiosen Rund-um-Blick auf die fast kreisförmig angelegte Stadt und den sich deutlich am Horizont abzeichnenden Kraterrand.

Gemeinsam fuhren die Skisportler am Nachmittag mit ihrer Führerin zum Kraterrand. Mit Blick auf das im Durchmesser 25 km breite Nördlinger Ries wurde der gewaltige Meteoriteneinschlag vor über14 Millionen Jahren vergegenwärtigt. Auch heute noch markieren die beim Aufprall hochgeschleuderten Gesteinsmassen den Rand des Rieses, und die Sedimente des in der Folgezeit entstandenen Kratersees sind Basis für eine florierende Landwirtschaft.

Dann war noch Gelegenheit, einen Blick in die nahegelegene Ofnethöhle zu werfen, die bereits in der Steinzeit von Menschen genutzt wurde. Schließlich fand dieser erlebnisreiche Ausflug in einem urigen Brauereigastgarten seinen gemütlichen Ausklang.

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